Vergangenes aus der Gemeinde

Dorfgeschichten: Sollwitt

Am Freitag den 05.06.09 wurde unsere Gemeinde im Schleswig-Holstein-Magazin für die Rubrik "Dorfgeschichten" ausgelost. Am nächsten Tag schlug dann das Filmteam bei uns auf und konnte folgendes berichten:

 

Dorfgeschichten 1

 

Sollwitt liegt mitten auf dem Land in der Nähe von Husum im Kreis Nordfriesland. 300 Einwohner leben hier. Gäste werden hier geduzt und die Sollwitter haben auch jede Menge Humor. So wie Christa Emling. Bei ihr im Garten, direkt an der Straße, befindet sich ein Wetterstein. Ein Stein, der an einer Schnur hängt. Daneben steht ein Schild, auf dem steht: "wenn der Stein ruhig hängt, dann ist es Windstill, fällt er runter, haben wir Sturmflut". Ihr Mann habe den Wetterstein aus Jux aufgestellt. Und jeder, der vorbei kommt, guckt und amüsiert sich.

 

Seit 15 Jahren hat Raumausstatterin Carstensen ihren Betrieb in Sollwitt. Acht Mitarbeiter sind bei ihr beschäftigt. Ihre Spezialität sind Tischdecken, die sie aus alten Leinenstoffen fertigt, zum Beispiel aus Kopfkissenbezügen und Servietten. Den 60 bis 100 Jahre alten Stoff behandelt sie mit großer Ehrfurcht, denn die Haushaltswäsche wurde früher per Hand angefertigt.

Der Bürgermeister der Gemeinde ist Landwirt. 160 Kühe nennt er sein Eigen. Von Hand melken muss er schon lange nicht mehr. Das übernimmt ein Roboter. Dabei dürfen die Tiere sogar Musik hören, denn das soll entspannen. Vor zwei Jahren hat Herr Hansen eine halbe Million Euro in diese Maschine investiert. Da war der Milchpreis noch doppelt so hoch. Jetzt macht er Verluste. Aber er hofft, dass sich der Markt wieder reguliert. "Wir müssen eben durchhalten", lautet seine Devise.

Begehrtes Ortsschild

Froh waren die Bürger von Sollwitt, als vor 15 Jahren Laternen ins Dorf kamen. Dafür gab es sogar ein rauschendes Fest, erzählen sie. Im Ortsteil Pobüll sitzen sie nach getaner Arbeiter beim Dorfschnack und erzählen, dass sie glücklich darüber sind, dass momentan das Ortsschild dort hängt, wo es hingehört. Wegen des außergewöhnlichen Namens wird das gute Stück nämlich des öfteren geklaut.

 

Über Schleswig-Holsteins Grenzen hinaus bekannt ist die Hengststation in Sollwitt. 650 bis 700 Stuten werden hier vom Tierarzt jedes Jahr künstlich befruchtet. Die Züchter kommen sogar aus Holland und Belgien. Die "Samenportionen", wie es Mitinhaber Jörg Carstensen nennt, werden per Kurier aus Elmshorn geliefert. In Sollwitt findet nur die Befruchtung statt. Ein Eingriff von nur wenigen Minuten. Die Erfolgsquote liegt bei rund 75 Prozent.

 

Stand: 08.06.2009 19:30
Quelle: Schleswig-Holstein-Magazin